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Bisher
gelten Gen-Manipulationen an Embryonen, die dann vererbt werden können und
einen ersten Schritt in Richtung „Designer-Babys" bedeuten würden,
unter deutschen Forschern als tabu – zumindest offiziell. Doch hinter
vorgehaltener Hand sehen viele deutsche Wissenschaftler im Embryonenschutzgesetz
nicht mehr als ein lästiges Hindernis auf dem Weg zur Verwirklichung ihres
Forscherwahns.
„Entstehen unsere Babys bald nur noch durch
künstliche Befruchtung im Reagenzglas?“ Diese freilich
etwas reißerische Frage stellte die Bild-Zeitung bereits im Jahr 1997. Die
Ursache dafür war der Weltkongress für künstliche Befruchtung in
Vancouver/Kanada, auf dem einige Ärzte wohl folgendes
behaupteten:
"Wenn Frauen absolut sichergehen wollen, dass ihr Kind
gesund ist, bleibt nur die Reagenzglasbefruchtung. Dann kann ein krankes Kind
erst gar nicht entstehen. Ein normal gezeugtes Kind ist heute nicht mehr zu
verantworten."
Werdende Mütter setzt diese Entwicklung zunehmend
unter Druck: Ängste bis hin zu Depressionen löst die
„Pränataldiagnostik" aus, die Fehlbildungen oder andere Erkrankungen
erkennen lässt.
Besonders belastet Frauen die Zeit, in der sie auf das
Testergebnis warten. Die meisten unterbrechen den inneren Dialog mit dem Kind
und schalten um auf eine „Schwangerschaft auf Abruf". Dieser seelische
Druck lässt erst nach, wenn feststeht, dass das Kind gesund zur Welt kommen
wird; er verstärkt sich allerdings noch wenn er das Gegenteil belegt. Dann
muss die Frau die Entscheidung treffen, ob sie es trotz dieses Wissens bekommen
möchte. Für diese Entscheidung hat sie aufgrund des Testergebnisses
länger Zeit, als bei einem „normalen“
Schwangerschaftsabbruch.
Gegen diese Regelung protestieren
Behindertenverbände schon seit langem. Für sie ist es schlicht
unmenschlich, Abbrüche so spät noch zuzulassen, da der Fötus
zuweilen derartige Eingriffe überlebt und dann erst postnatal vom
durchführenden Arzt getötet werden muss.
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